• 23. Oktober 2010
Die erste Veranstaltung unseres Priesterseminars war die Bildungsfahrt nach Paderborn und Osnabrück. Am Freitag (15.10.) besuchten wir das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in Paderborn. Die Organisation katholischer Laien unterstützt die Kirche in der Diaspora (in der „Verstreuung-lebende“, in unserem Fall Christen in einer überwiegend atheistischen Umwelt). Pastorale Projekte wie die RKW und Materialien für Erstkommunion und Firmung gehören ebenso dazu wie finanzielle Hilfen bei der Errichtung christlicher Einrichtungen. Bekannt sind auch die gelben „Boni-Busse“, nach Schätzungen aktuell 500 in ganz Deutschland.



Der Samstag hatte für uns zwei Höhepunkte. Der erste war der Besuch bei Prälat SCheipers, einem Priester unserer Diözese. Er ist der letzte Überlebende Priester des KZ Dachaus. Eindrucksvoll erzählte erseine Erfaharungen mit den zwei totalitäten Regimen. Auch über Alois Andritzki, der Pfingsten 2011 in Dresden seliggesprochen wird, wusste er zu berichten. Gemeinsam waren Sie im Krankenlager des KZs. Für Scheipers war es wichtig zu wissen, dass er allein wegen seines Glaubens in Gefangenschaft war. Bei einer Verlegung gelang ihm die Flucht bei Nacht und er konnte dem Tod entrinnen. Seine Erfahrung lässt sich in einer seiner Aussagen gut zusammenfassen: „Ich habe das irrational Gute und das irrational Böse kennengelernt.“ Berührend waren die Erzählung, wie ein Mithäftling ihm seine einzige Scheibe Brot schenkte, obwohl er sie selber, als Todkranker, hätte gebraucht.

Am Nachmittag ging es weiter nach Gerleve, in das Benediktinerkloster. Hier haben wir etwas über die Geschichte des noch relativ jungen Klosters kennengelernt, das erst am Ende des 19.Jahrhunderts entstand. Bruder Matthäus führte uns durch die Klosteranlage und brachte uns das mönchische Leben näher. In einer gemeinsamen Vesper mit den Brüdern haben wir den liturgischen Sonntag begonnen. Abrundung fand der Abend in einem Restaurant in Billerbeck.



Unsere Unterbringung an diesem Wochenende war im Exerzitienhaus „Getrudenstift“ in Rheine. Am Sonntag besuchten wir das Hochamt im Osnabrücker Dom, wo wir den Gottesdienst gemeinsam mit dem Domkapitel und den Gläubigen feiern konnten.