Bistumswallfahrt

  • 21. September 2008

Der Sonntag steht ganz unter dem Zeichen der Bistumswallfahrt hier in Erfurt. Mit der Laudes, dem Morgenlob der Kirche, beginnt der Tag um dreiviertel acht im Meditationsraum. Nach dem Frühstück ging es gleich in Chorkleidung in drei Minuten Fußmarsch rüber in den Dom. Die Seminaristen sollten mitministriern, ich brauchte aber nichts weiter zu tun, als mit zu laufen, mit zu beten und mit zu singen. Fünf Minuten vor Gottesdienstbeginn kam plötzlich der Zeremoniar und sagt: „Dich brauch ich, komm mal mit.“ Ich durfte dann den Gast-Bischof Deo Gracias aus Uganda im Gottesdienst begleiten und hatte damit das Glück, ganz nahe am Altar zu sein. Der Bischof aus Afrika konnte nur sehr schwer laufen und die Treppen zum Domberg wurden damit zur Herausforderung, die wir aber meistern konnten. Insgesammt war es ein sehr schöner Gottesdienst mit schätzungsweise ca. 4000 Teilnehmern (andere berichteten von 8000). Bischof Wanke predigte dann zum Wallfahrtsthema „umsonst: geliebt“ und brachte das Motto mit dem Evangelium des Tages in Verbindung. Der Weinbergsbesitzer, der nach und nach die Menschen in seinen Weinberg ruft und ihnen am Abend alle den gleichen Lohn auszahlte, ist sicherlich kein Vorbild für die Marktwirtschaft, so Bischof Wanke. Doch es zeigt, mit welcher Güte Gott den Menschen begegnet, er gibt jedem so viel wie er braucht. Ein Denar war damals genau das, was ein Mensch zum Leben für einen Tag benötigt. Wie in diesem Gleichnis sollte auch unser Handeln von seiner Güte Zeugnis geben – denn es gibt so vieles, was nicht berechenbar ist oder wahrhaft „gerecht“ verteilt werden kann. Sind es nicht die größten Dinge, die man sich nicht erkaufen kann?
Der Abschluss war mit einer Prozession um den Domberg und dem eucharistischen Segen am Nachmittag.
Heute Abend steht dann noch ein (bestimmt entspannter) Videoabend auf dem Programm, bevor es morgen nach Bamberg geht.

Hier (m)ein Zimmer in Erfurt: