Ein spannendes Wochenende

  • 3. März 2009

Hinter mir liegt ein gut gefülltes Wochenende. Der Samstagvormittag war mit dem Vortrag des Bamberger Liturgieprofessors Dr. Wünsche über den Osterfestkreis ausgeplant. In knapp drei Stunden gab er uns eine Einführung in die begonnene österliche Bußzeit und der darauf folgenden Osterzeit. Wir haben viel über die Geschichte und Entstehung des Osterfestes bis zum dem Festkreis, den wir heute kennen, gelernt. So haben die ersten Christen nur eine Vigil, eine Lichtfeier in der Nacht gehalten, in der die Berichte aus den Evangelien von Tod und Auferstehung Christi gelesen wurden. Erst im Laufe der Zeit haben sich dann die uns bekannten Tage Karfreitag, Ostersonntag und dann die ganze Karwoche und die Osteroktav gebildet. Im Advent hatten wir bereits eine Einführung von Prof. Dr. Wünsche in den Weihnachtsfestkreis erhalten und auch diese Fortsetzung ist ihm sehr gelungen.

Gleich am Mittag ging es mit drei Bussen in Richtung Osten. Die thüringische Hauptstadt Erfurt war unser Ziel. Nach dem wir nun Speyer und Eichstätt besucht haben, setzten wir die Besuche der Heimat unserer Mitbrüder fort. Eine Domführung mit dem Weihbischof von Erfurt Dr. Hauke und eine Vesper im Dom standen gleich noch am Samstagnachmittag an. Besonders die Besichtigung der „Gloriosa“, der bekannten Erfurter Glocke, war beeindruckend. Den Abend haben wir gemütlich in einem italienischen Restaurant auf dem Domplatz ausklingen lassen.
Nach einer kleinen Stadtführung am Sonntagmorgen sind wir zum Pontifikalamt in den kühlen Erfurter Dom gegangen. Bei angenehmen 5°C habe ich trotz Talar und Rochett ordentlich gefroren.

Am frühen Nachmittag sind wir dann wieder in Richtung Bayern aufgebrochen. Nicht aber mit dem Ziel Bamberg, sondern nach Heroldsberg bei Nürnberg sollte uns unser Weg führen. Es stand zum Abschluss des Wochenendes noch ein „Dies Orientalis“ an. Die Rahmenordnung für die Priesterausbildung sieht vor, dass die Kandidaten zwei Mal im Jahr an einer Liturgie im ostkirchlichen Ritus teilnehmen. Für mich war es das erste Mal einer solchen Liturgie im byzantinischen Ritus beizuwohnen. Aus der knapp zweistündigen Messe kann man nur voller Eindrücke und neuer Erfahrungen herausgehen. Die Gesänge und Texte der Liturgie haben einen ganz eigenen Charakter, der die Seele berühren kann. Ein Priester erklärte uns, dass das 2. Vatikanische Konzil einige Dinge aus der ostkirchlichen Liturgie übernommen hat, so z.B. die Epiklese, die Herabrufung des Hl. Geistes über die Gaben von Brot und Wein. Der alte, tridentinische Ritus kennt das noch nicht in dieser Form. Kurzum es war sehr spannend und es gab natürlich viel Weihrauch und Ikonen.
Im Anschluss waren wir noch zu einem kleinen Imbiss mit eingeladen.

Persönlich mache ich zusammen mit dem Görlitzer Mitbruder und dem Regens für eine gute Woche eine Fastenkur. Sprich nichts essen, nur trinken. Das ganze läuft ganz gut. Nachdem zweiten Tag hat man auch kein Hungergefühl mehr und auch der Kreislauf ist stabil. Nur nagte mein ausgeprägter Appetit an meiner Beständigkeit – doch die acht Tage die ich mir vorgenommen habe, werde ich schaffen. Es ist ein interessantes Gefühl, der Geist nimmt in dieser Zeit vielmehr war und man sieht die Welt einfach etwas „klarer“.