Erfahrungsaustausch, Bennofest und eine Fußfessel – Angehende Seelsorge-Fachkräfte des Bistums Dresden-Meißen trafen sich in Erfurt

  • 1. Juli 2013
Benno-Fest mit Prof. Tiefensee (4.v.r.).

Benno-Fest mit Prof. Tiefensee (4.v.r.).

Erfurt/Dresden, 27.06.2013 (KPI): Aus Ausbildungseinrichtungen im ganzen Bundesgebiet kamen am Wochenende vom 21. bis 23. Juni im Erfurter Priesterseminar zukünftige Seelsorge-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter des Bistums Dresden-Meißen zusammen. „Es hat richtig gut getan, sich auszutauschen, und hat uns als Gemeinschaft zusammengeschweißt“, so Theologiestudent Benno Kirtzel in der Auswertung des Treffens der Priesterkandidaten, Religionspädagogen und weiterer Theologen. In voraussichtlich zwei Jahren wird Kirtzel in Sachsen oder Ostthüringen in den pastoralen Dienst als Gemeindereferent gehen.
Die Studienorte der angehenden pastoralen Fachkräfte sind deutschlandweit verteilt.  So werden Dresden-Meißner Studenten zum Teil an Fachakademien in Freiburg oder an der Katholischen Universität Eichstätt unterrichtet. Die Theologen und Priesterkandidaten hingegen studieren in Erfurt.
Das Wochenende sollte auf den gemeinsamen Dienst in den Pfarreien und Seelsorgestellen des Bistums vorbereiten. „Kennenlernen, Austausch, Gebet und gemeinsame Aktivität prägten das Wochenende“, sagte Samuel-Kim Nguyen, der die Tage in Erfurt mit anderen Auszubildenden vorbereitete. Das Wochenende war eine studentische Initiative, die von der Bistumsleitung unterstützt wurde.
Pfarrer Baumgarten (links) nahm sich viel Zeit für das Gespräch.

Pfarrer Baumgarten (links) nahm sich viel Zeit für das Gespräch.
Gemeinsam mit dem Dresdner Pfarrer Christoph Baumgarten, der für die Priesterkandidaten verantwortlich ist, entwickelten die Studenten Ideen, wie die akademische Ausbildung mit der Praxis in den heimatlichen Seelsorgestellen enger verzahnt werden könnte. „Eine Möglichkeit sind sicherlich individuelle Praktika in verschiedenen Einrichtungen des Bistums, eine andere wäre auch eine gezielte Rundreise durch Pfarreien und Institutionen des Bistums“, fasste Pfarrer Baumgarten die Gesprächsrunde zusammen.
Abgerundet wurde das Bewerbertreffen durch das gemeinsame St. Benno-Fest, das die Erfurter Studenten jedes Jahr zu Ehren ihres Bistumspatrons begehen. Zusammen mit Prof. Eberhard Tiefensee feierten sie den Festtag des Meißner Bischofs eine knappe Woche nach seinem ordentlichen Gedenktag am 16. Juni nach.

Eine Fußfessel mit drei Kreuzen - für Offizial Dräger heute nur noch Symbol für die drei Bande zur Kirche in "Glaube", "Sakramenten" und "Hierarchie".

Eine Fußfessel mit drei Kreuzen – für Offizial Dräger heute nur noch Symbol für die drei Bande zur Kirche in „Glaube“, „Sakramenten“ und „Hierarchie“.

Den Besuch einer katholischen Einrichtung hatten die angehenden Pastoralen Mitarbeiter ebenfalls in ihr Programm aufgenommen. Nur wenige Minuten vom Priesterseminar entfernt liegt das Interdiözesane Offizialat, „das Kirchengericht für den Sendebereich des MDR“, wie der Leiter der juristischen Einrichtung Offizial Ludger Dräger erklärte. „Vor allem Eheprozesse werden hier geführt“, führte er fort. Seine Zuhörer merkten schnell, dass sie es hier mit einem leidenschaftlichen Kirchenrechtler zu tun hatten. So zeigte er eine Fußfessel aus einer Abtei, die vor hunderten Jahren auch Gerichtsbarkeit ausübte. Augenzwinkernd konnte er den Studenten aber versichern, dass diese heute garantiert nicht mehr benutzt werde.
Benno Kirtzel: „Ich fand den Besuch im Offizialat sehr interessant, das Wochenende war insgesamt sehr ausgewogen geplant.“ Eine Aussage hört man an diesem Wochenende von den Teilnehmern immer wieder: Die Nähe zu ihrer Heimat ist den Studenten wichtig – in eine andere Diözese zu gehen, können sich die meisten nur schwer vorstellen.