Ferienzeit

  • 13. August 2012

Die letzten Wochen in Freiburg waren durchaus turbulent. Tausend Dinge wollten erledigt und bearbeitet werden … . Deo gratias, dass hier alles so gut geklappt hat. Wohnung und Umzug stehen mittlerweile für Anfang September. Die Prüfungen in Freiburg habe ich trotz aller Umstände erfolgreich ablegen können.

Für die Ferien stehen nun noch Hausarbeiten zu zwei interessanten Themen an. Zum einen schreibe ich zur Christologie des Isenheimer Altars. Während meiner Freiburger Zeit konnte ich ihn dreimal besuchen und bestaunen. „Bestaunen“ ist schon das richtige Wort, denn die Bilder, die Matthias Grünewald für das Antoniterkloster in Isenheim gemalt hat, haben eine Tiefe und Intensität die den Betrachter der Bilder wirklich beeindrucken und berühren können. Inhalt der Hausarbeit wird also Aussagen über Jesus Christus sein, die Grünewald in die Gestaltung seines Altars benutzt hat. Es sind zentrale Sätze wie „Jesus Christus – wahrer Mensch und wahrer Gott“, die er auch durch künstlerische Ausgestaltung zum Ausdruck gebracht hat. Die Analyse und Deutung ist sehr interessant und vielschichtig.

Die andere Hausarbeit dreht sich um das Thema der „viri probati“. Es geht um in Glaube, Beruf und Familie bewährte Männer, die man durch Weihe in den Klerus aufnimmt. Diese viri probati gibt es bereits in der Katholischen Kirche. Fast alle ständigen Diakone sind beispielsweise solche viri probati. Immer wieder entfacht die Diskussion darüber, inwiefern es möglich sein könnte, dass diese erprobten Männer auch zu Priestern geweiht werden und ihre Ehe fortführen. Die Kirche lässt immer wieder einzelne Männer zu, bspw. konvertierte ehem. evangelische Pfarrer die nach Dispens des apostolischen Stuhls zum Priester geweiht werden können. Letztlich ist der Zölibat ein kirchliches Gesetz, das eine große und tiefe Aussage über die Ganzhingabe eines Menschen an Gott ausdrückt. Der Zölibat wird (sollte!) als ein hohe Gut der Kirche angesehen werden. Für mich persönlich ist es immer wieder beeindruckend und überzeugend, Menschen zu begegnen die Gott in einer ganzheitlichen Hingabe zu erleben, die so tief ist, dass es zu einem Lebensstand und -stil wird. Dieses Thema ist äußerst komplex und nicht einfach zu bearbeiten. Im letzten handelt es sich um eine Güterabwegung von verschiedenen Argumenten, die auf beiden Seiten ein pro und contra zu Tage fördern und nur sehr schwer abgewogen werden kann. Das Thema der Hausarbeit wird nur einen Punkt betrachten: Die Zugangsvoraussetzung für diese viri probati. Es handelt sich dabei letztlich um eine recht spekulative Hausarbeit, die nur „für-den-Fall-wenn“ eine Rolle spielt. Zugangsvorraussetzungen könnten jetzt stark vereinfacht und nur exemplarisch eine fundierte theologische Ausbildung, eucharistische Frömmigkeit, Loyalität und Beheimatung in der Kirche, und ein geistliches Leben, geprägt von Gebet in der Familie sein.
Es ist übrigens wirklich „Zufall“, dass ich mich mit dieser Thematik auseinandersetzen muss. Die Seminarthemen wurden vor einem halben Jahr von den Professoren verteilt – ich habe nun dieses Thema bekommen.

Neben diesen theologischen Arbeiten freue ich mich vor allem auf die vielen persönlichen Begegnungen und Wiedersehen und auf eine größere Fahrradtour nach Budapest Ende August. Von Passau aus geht es über Wien entlang der Donau in die Hauptstadt Ungarns. Dort ist dann ein großes  Treffen der Jugendlichen der Fokolarbewegung. Eine Offenheit für alle gestaltet und ein internationales Flair werden diese Tage prägen.

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