Genfest 2012

  • 6. Oktober 2012

Hunderte bunte Flipflops, Sandalen und Sportschuhe berühren den Asphalt zum Takt der Musik. Junge Menschen aus der ganzen Welt verwandeln den Vorplatz der Budapester Sport Arena in eine riesige Tanzfläche. Es spielen sich spontane Performance ab wie man sie nur aus Tanzfilmen wie StepUp oder Dance kennt: der junge Brasilianer im grüngelben Achselshirt präsentiert unter Jubel und Applaus eine Breakdane-Einlage, das junge Paar aus dem Irak legt spontan einen Tango hin, die vier Japaner hüpfen über die Tanzfläche – dann wieder großes Parkett. Wüsste man nicht, dass sich keine zwei Stunden zuvor die Jugendlichen, die sich hier als eine „neue Generation“ – kurz Gen – bezeichnen, in einer altehrwürdigen  Pfarrkirche zur Hl. Messe getroffen hätte, würde man sagen es ist einfach eine riesen Party wie jede andere. Spürt man hier mehr als ausgelassenes Feiern?
Ein bunter Mix aus künstlerischen, kulturellen und spirituellen Programm erwartet die Jugendlichen hier. Der Großteil davon wurde selber von Jugendlichen professionell einstudiert. Wird der Kirche und ihrem Gedankengut doch oft als vertaubte Antiktruhe gezeichnet – hier zeigt sich universale Geschwisterlichkeit, Liebe und Aufmerksamkeit für den Nächsten in einen Gewand, wie es zeitgemäßer nicht sein kann ohne dabei oberflächlich oder profillos zu wirken.
Das Eröffnungsprogramm beginnt mit einer tänzerischen Choreographie, die in wenigen Minuten den wechselvollen Verlauf der Geschichte Ungarns darstellt. Auf der großen Leinwand im Hintergrund wird eine aufwändige Präsentation  mit Bildern aus vergangen und gegenwärtigen Tagen des Landes gezeigt.

„Als meine Schwester in meinen Arm starb, ich wusste einfach nicht wie ich den Willen Gottes darin erkennen kann.“ Der junge Mann aus Brasilien erzählte zunächst von seiner Mutter, die schon früh an Multipler Sklerose starb und nun von seiner Schwester. Das Erzählte berührt die Jugendliche. Es macht ihnen Mut als der Junge davon berichtet, wie er im Leben seiner Schwester und seiner Mutter mit ihrer großen Liebe, die sie ausgestrahlt haben, etwas entdeckt. „Es ist noch immer nicht leicht, letztlich bleibt der Wille Gottes auch ein Geheimnis, dass sich nur erahnen lässt.“ Ganz verstehen kann man die Geschichte wahrscheinlich nur, wenn man diesen jungen Mann selber gehört hat. Allein steht er am Mikrofon und erzählt 12.000 Jugendlichen, die still und gespannt zu hören, seine Erfahrung mit Gott. Der ganze Samstag ist von „Erfahrungen“ aus der ganzen Welt geprägt, die die Jugendlichen erzählen. Sie sprechen immer wieder vom Wirken Gottes in der Welt und davon, wie es mit ihm gelingt, Brücken zum anderen zu bauen. Ein Jugendlicher fasst es zusammen  „In unserem Alltag begegnen uns täglich viele große und kleine Abgründe. An uns liegt es, einen ersten Schritt, eine Brücke zum anderen zu wagen.“