Grüße zum Weihnachtfest

  • 24. Dezember 2013

Allen Besuchern meines Blogs wünsche ich eine frohe und gesegnete Weihnachtszeit!
Mit einem kleine Video von mir und ein paar Gedanken dazu, verabschiede ich mich in die Ferien.

Das Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippen hier“ umgibt ein Rätsel. Woher kommt die Melodie, die Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit gesungen wird? Verwendet wird die Melodie zwar in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (BWV 248) und in einem Gesangbuch, das er ebenfalls herausgab – doch ob es seiner Kreation entsprang oder nur eine Adaption eines unbekannten Komponisten ist, bleibt unklar. Klar hingegen ist der Textautor: es ist der bekannte lutherische Theologe Paul Gerhardt. Im 18. Jahrhundert kommen dann sein Text und die bachsche Melodie zusammen und finden vor allem im evangelischen Gottesdienst Eingang. 
Beim Anhören des Liedes entsteht gedanklich eine Krippenszene. Allerdings besteht sie vor allem aus zwei Personen: dem Kind in der Krippe und dem Sänger des Liedes. Paul Gerhardt lässt das Lied nicht irgendwo erklingen, sondern verortet es direkt in den Stall von Betlehem. Im Gepäck haben wir als Kantoren dieses Liedes zwar weder Weihrauch, Gold noch Myrre, dafür aber etwas anderes, sehr wertvolles: uns und unser Leben.
Zugegeben ist die Sprache romantisch, zärtlich, fast etwas blumig. Das zutreffendste Attribut ist wohl persönlich. Mit „Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut“lädt es ein, das ganze Leben vor dieses göttliche Kind zu bringen. Das ist ein weihnachtliches Tun.
Das ganze Leben, mit allen Höhe- und Tiefpunkten vor ein kleines Kind zu bringen – dies erfordert eine vertrauensvolle Beziehung. Diese wechselseitige Vertrautheit wird zurückgeführt auf die Erwählung noch vor unserer Geburt. Eine Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, wie sie inniger fast nicht geschildert werden kann, kommt in den Versen zum Vorschein: „Und hast mich dir zu eigen gar,eh ich dich kannt, erkoren.“ Diese Beziehung geht so weit, dass der Schöpfer selber Gestalt eines Geschöpfes annimmt und Mensch wird: Weihnachten.
Das Fest der Geburt Christi liegt nicht zufällig am 24. Dezember. An dunkelsten Tag des Jahres strahlt im Kind in der Krippe unsere Sonne auf, „Licht, Leben, Freud und Wonne“ kommen uns in Jesus zum Vorschein. Wie Maria und Josef, wie die Hirten, wie die Weisen aus dem Morgenland stehen wir an der Krippe und sehen in diesem Kind in der Hoffnungslosigkeit die Hoffnung.