Semesterabschluss und Ferien

  • 24. Juli 2011




Die letzten drei Wochen des Semesters sind traditionell sehr gefüllte Wochen. Die letzten Vorlesungen, Prüfungen dicht an dicht und Lernen sind die großen Schlagwörter dieser Zeit. Es ist immer wieder spannend zu erleben wie sehr man in dieser Zeit eigene Grenzen kennenlernt und auch den Beistand Gottes spürt. Ich erfahre in dieser Zeit immer, wie sehr mich Glaube, Gebet und Freunde und Bekannte in dieser Zeit begleiten. Das ist für mich keine Selbestverständlichkeit, so dass ich bei diesem Gedanken große Dankbarkeit spüren kann!
Mittlerweile haben die Ferien begonnen und nach einer Woche bei einem Freund in Berlin bin ich in richtiger Ferien- und Erholungslaune. Berlin ist ja immer einen Besuch wert, aber diesmal haben wir den Berliner Untergrund kennengelernt. In Rahmen einer Führung ging es zu teilweise fertiggestellten U-Bahnhöfen der ehemals geplanten U-Bahn-Linie D.
Am Moritzplatz besichtigen wir die unter der Station befindliche Bauvorleistung – einen Umsteigebahnhof aus den 20er Jahren für eine nie realisierte U-Bahnlinie zwischen Treptow und Moabit. In der Zeit des Nationalsozialismus sollte hier sogar eine S-Bahn die Strecke queren. Letztendlich wurde die Anlage aber ebenso zum Schutzraum umfunktioniert. Diese Spuren der Vergangenheit sind noch deutlich zu erkennen.


Zu Fuß geht es dann hinüber in den „Geisterbahnhof Oranienplatz“, eine bereits vor dem Ersten Weltkrieg erbaute Station, die allerdings nie in Betrieb ging, da sich in den 20er Jahren die Planungsvorgaben änderten. Bis in die 80er Jahre beherbergte der Bahnhofsrohbau ein Umspannwerk der BEWAG. Seit 2006 hat der Berliner Unterwelten e.V. die Betreuung übernommen.


Zudem wird noch ein an den Bahnhofsrohbau anschließender „Mutter-und-Kind-Bunker“ besichtigt. Der Bunker wurde in den Jahren 1940/41 durch den „Baustab Wilhelmi“ des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt“ in den U-Bahntunnel eingebaut. Zur Besichtigung müssen wir allerdings Gummistiefel ausgeben, da in der Anlage das Sickerwasser etwa 40 cm hoch steht. Im Gegenzug erwartet Sie dafür ein fast unberührter Bunker, eine einmalige unterirdische Atmosphäre, und vor allem können Sie hier unten das letzte im Untergrund erhalten gebliebene Stück Berliner Mauer persönlich in Augenschein nehmen.
Am Beginn der Ferien stehen meistens noch Hausarbeiten an, so dass die ersten freien Tage für mich oft in der SLUB am Zelleschen Weg enden. Aber nach einiger Vorarbeit während des Semesters ist auch das schnell Geschichte. Damit konnte ich das Ergebnis eines größeren Projektes vergangene Woche nach Erfurt zur Bewertung schicken. Es handelt sich dabei um ein Skapulier, die die Thematik Alojs Andritzki aufgreift. Es gab ein interdisziplinäres Seminar, in dem es um Paramente ging. Ich hab mich dann für ein Skapulier entschieden.

Am vergangenen Wochenende ging es wieder in Richtung Thüringen. Zwei Freunde aus Erfurt haben geheiratet. Der Bräutigam hatte mit mir in Bamberg das Propädeutikum begonnen, dann aber gemerkt, dass es nicht sein Weg ist, Priester zu werden. An der Fakultät lernte er seine Frau kennen, ebenfalls eine Studierende der Theologie. Nach der Brautmesse in der Meininger Pfarrkirche ging es nach Schloss Sinnershausen, das ca. 30 Minuten entfernt liegt. Das große Gelände mit Spielplatz, einem großen Schachfeld und tollen Garten haben zum spazieren und spielen eingeladen.

Das Programm, die gute Musik (eine Combo aus Cajon, Gitarre und Violine) die schönen Gespräche haben dazu beigetragen, dass den Gästen diese Feier noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die nächsten Tage werde ich mich um die Studienangelegenheiten kümmern, denn ab Herbst geht für ein Jahr nach Freiburg. Unterkunft habe ich im Margarete-Ruckmich-Haus gefunden, in dem die Gemeindereferenten ausgebildet werden. Das Wohnheim in der Nachbarschaft steht sowohl den dortigen Studierenden wie auch externen Studenten, Schülern und Auszubildenden zur Verfügung.