Weihnachtsgedanken

  • 25. Dezember 2014

Liebe Blogbesucher,

in den letzten Monaten habe ich mich in der Pfarrei St. Georg in Leipzig Gohlis eingelebt. Als Gemeindeassistent durfte ich die Menschen in unserer Pfarrei kennenlernen – über die Kerngemeinde habe ich jetzt zumindest einen guten Überblick, ein Teil der Namen sitzt schon und die Gruppen, die ich begleiten darf, sind angelaufen.

Nach dem Krippenspiel, Christnacht und dem ersten Feiertag sind nun ein paar ruhige Tage mit unseren Familien geplant – wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr nicht wieder hunderte Kilometer unterwegs sein müssen, sondern Besuch bekommen. In Vorfreude auf ein paar familiäre Tage genießen wir unser erstes „richtiges“ gemeinsames Weihnachten. Ein Blick in unser Wohnzimmer:

In diesen weihnachtlichen Tage ein paar Gedanken, die ich auch am Heiligen Abend in der Kirche weitergeben durfte:

„Habt ihr schon einen Namen für das Kind?“ – diese Frage hören werdende Eltern sicher öfter. Ich habe zumindest bei Freunden schon das eine oder andere Mal nachgefragt. Manche Paare berichteten, dass es gar nicht so einfach war, einen guten Namen zu finden. Oder sich dann auf einen zu einigen. Er sollte nicht vorbelastet sein, zumindest nicht negativ. (Eltern die Lehrer sind, haben da wohl schon öfter Namen weggelassen, weil sie sie an ihrer Schüler erinnern – und das nicht immer positiv.) Er sollte vielleicht an eine Persönlichkeit, an Großeltern oder Väter erinnern, schön klingen, vlt. programmatisch, vlt. nicht zu abgedroschen, vlt. nicht extravagant und doch etwas Besonderes sein.
Ein Paar musste sich mit der Namenswahl nicht allzu viele Gedanken machen. Schon während der Schwangerschaft kam ein Bote Gottes und verriet Josef im Traum den Namen, den er seinem Sohn, mit dem Maria schwanger war, geben sollte. Im Advent haben wir den Beginn der Kindheitsgeschichte Jesu schon gehört. Hier sagt der Engel: „ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“
Doppelnamen erfreuen sich heute wieder großer Beliebtheit. Auch im Evangelium wird uns von einem zweiten Namen berichtet. Denn der Evangelist schreibt gleich weiter: Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten (Jesaja) gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Nun sind es schon zwei Namen, die das Kind bekommen soll. Und es sind zwei Namen, die es in sich haben.
Zum einen Immanuel – Gott ist mit uns. Es ist die Präsenz Gottes, dass Ausharren mit uns, dass Begleiten unseres Lebens. Dabei verändert Gott nicht einfach alle Unwegsamkeit, alles was mir schwierig erscheint, was problematisch ist und mich traurig macht. Aber ich darf mich drauf verlassen, er ist da, er geht mit.
Zum anderen Jesus, hebräisch Jeshua – übersetzt heißt der Name Gott ist Rettung. In diesem Namen wird es noch konkreter. In Jesus errettet uns Gott.
Wenn Kinder groß werden, dann lernen Sie, dass sie mit ihrem Namen einstehen. Täglich müssen sie dann mit ihrem Namen unterschreiben. Das Kind von Josef und Maria wird unterschreiben mit seinem eigenen Leben am Kreuz und darin seinen Namen einstehen: Gott ist mit uns. Er errettet uns.