Willkommen in Vietnam

  • 19. September 2016

Die Tür aus dem Transitbereich geht auf und wir sehen sie sofort: Tante Lap, Binh und Van unsere Cousins. Zusammen mit unserem Busfahrer, der uns die nächsten 20 Tage durch Vietnam begleiten wird, haben sie sich auf den Weg gemacht, um uns zu begrüßen. Es ist wie vor 15 Jahren, obwohl wir uns persönlich nur von einer Begegnung kennen, ist Herzlichkeit und Familiengefühl so, als würde man sich schon ewig kennen.

„Em chau chi“, haben wir fleißig im Flieger gelernt. Dieser Satz heißt so viel wie „Jüngerer Bruder grüßt ältere Schwester“ und wir brauchen ihn, um unsere Cousine zu begrüßen. In Vietnam begrüßt man immer individuell dem verwandschaftlichen und altersmäßigen Verhältnis entsprechend, was gar nicht so einfach zu überblicken ist.

Die innere Uhr zeigt derweil irgendetwas zwischen Mitternacht und drei Uhr nachts an – hier in Vietnam, sechs Stunden „in der Zukunft“, beginnt allerdings schon ein neuer Tag. Nach einem Flug mit wenig Schlaf haben wir noch ordentlich mit dem Jetlag zu kämpfen, nicht nur die Armbanduhr möchte umgestellt werden. Eine kleine Mittagspause und zwei Stunden Mittagsschlaf im Haus unsere Cousine lassen unsere Lebensgeister neu erwecken.

Tagesprogramm für heute ist Ankommen, Transfer von Hanoi nach Haiphong, Heimat unseres Vaters und Besuch am Grab unserer Großeltern. Einen Termin haben nur Clara und Elisabeth in einer Schneiderei: Die Maße für ihr Au dai, das traditionelle vietnamesische Gewand der Frauen nehmen lassen. Dafür wurde davor vom Markt noch Stoff eingekauft – mit der großen Frage: welches Muster in welcher Farbe am besten gefällt.

Spontan haben wir noch einen Besuch in Tante Laps Kindergarten gemacht, um die Mitarbeiter glaubhaft vom Westbesuch zu überzeugen und drei Wochen Urlaub der Direktorin zu rechtfertigen. Das besondere der Einrichtung ist die Sprache-alle Kinder lernen hier Englisch. Das durften sie sofort live üben und uns begrüßen und sich vorstellen.