„Wir kommen als Gäste und gehen als Freunde“

  • 24. Dezember 2012
„Wir kommen als Gäste und gehen als Freunde“, so einer der Techniker, der uns half die Krippe aufzubauen.  Kurz nach dem Sonntagsgottesdienst am 4. Advent ging es los: das Stroh wird geschnitten, die Krippenfiguren werden vorsichtig aus den neuen Holzkisten herausgeholt, in denen sie das restliche Jahr verbringen, Weihnachtssterne werden aufgestellt. Während eine idyllische Krippenszene vor dem Altarraum geschaffen wird, verwandelt sich der Kirchenraum in ein Fernsehstudio: die Lichtintensität der Scheinwerfer wird gemessen, Kameras werden installiert, unschöne Ecken mit beiger Auslegware kaschiert – „HD-fähig“ ist hier das Motto.
Am Nachmittag wird es dann ernst: alle Beteiligten treffen sich in der Kirche um die letzten Absprachen zu treffen, als die Regisseurin kommt und sagt: „Die Ministranten müssen hier weg.“ Gemeint damit sind 20 Ministranten, von denen die meisten gerade neun oder zehn Jahre als sind  – also noch nicht im Alter um komplexe Ablaufe innerhalb von wenigen Minuten neu zu lernen. Die Ministranten waren schon kurz vorm Nervenzusammenbruch, von den Verantwortlichen nur : „das gibt ein schönes Bild, wenn alle Ministranten mit im Altarraum sitzen“. Nun auch diese Herausforderung haben wir einigermaßen gemeistert … . 
Auch wenn einige Besucher enttäuscht waren, dass sie am Heilig Abend nochmal in die Kirche müssen – war es doch keine gültige Messe (alles ohne Naturalien) – war die Durchlaufprobe so, dass man Abend vor dem 24. zumindest nicht in Angstschweiß gebadet singen muss: „Morgen, Kinder wirds was geben…“